Damen I mit neuem Trainer - Wir stellen vor

(sg) Nach dem erfolgreichem Aufstieg in die Landesliga gibt Lisa Garcia Ihren Trainerposten wieder ab. Nun galt es den offenen Trainerposten schnellst möglich zu besetzen und die Herausforderung Landesliga vorzubereiten. Nach vielen Gesprächen kommt ein alt bekanntes Gesicht in die Eugen-Schädler-Halle zurück.

Frank „Rambo“ Beccara - wird die unsere Damen durch die kommende Landesliga Saison führen. #einmalgrünweissimmergrünweiss - denn zu mindestens sportlich zieht es den gebürtigen Ehinger in die Heimat zurück.

Wir Fragen - Rambo antwortet:

Als Ehemann, Familienvater und nun auch Hausbauer hat man doch einen engen Zeitplan. Wie kam es dazu, dass du dich für unsere Damen und den TVE entschieden hast?

Wie eben im Text oben beschrieben #einmalgrünweissimmergrünweiss. Heimat bleibt einfach Heimat, und ich war und bin einfach ein Ehinger. Das zeigt mir auch die momentane Situation, wenn ich im oder nach dem Training meiner Mädels, an Geburtstage ganz spontan eingeladen werde und dort einen großen Teil meiner alten Weggefährten wieder treffen darf, und ein Rambo sofort sich aufgenommen und willkommen fühlt.
Auch habe ich natürlich die Meinung meiner Frau und Kinder mit in meine Entscheidung einfließen lassen, die mich immer im Sport und all das was dahintersteht, für den ich auch lebe und noch brenne unterstützen, auch wenn ich nicht mehr so oft abends zuhause bin.
Wir würden gerne im November in unser Haus nach Frickingen-Altheim umziehen und unseren Traum vom Eigenheim erfüllen, was natürlich auch ein mentaler Kraftakt ist und auch zehrt. Haben aber jetzt zum Umzug große Unterstützung :-)

Du hast Jahrelange Erfahrung als Trainer im Damen.- und Herrenhandball sammeln dürfen. Wie würdest du dich als Trainer beschreiben und auf was legst du Wert?

Spannende Frage, ich würde sagen ich gehöre zur Kategorie „harter Hund“. Wer in meinem Regiment dienen möchte, muss was tun, an sich arbeiten und arbeiten lassen, um zu ernten was man gesät hat. Ich bin für demokratische Strukturen im Team, dennoch werde ich die Entscheidungen treffen. Blut und so mancher Tropfen Schweiß muss vergossen werden um seine Ziele zu erreichen. Und der dritte Geburtstag für den Wellensittich muss auch mal ausfallen, und nicht als Ausrede für das Fehlen im Training oder gar in einem Spiel zur Ausrede dienen! Ich verlange nichts von meinem Team, was ich selber auch nicht bringen würde.

Mit der Zeit kommen auch Siege und Niederlagen. Wir möchten wissen was deine größten Erfolge und Niederlagen als Trainer waren und welche Ziele du mit unseren Damen anstrebst?

Oh zwischenzeitlich ist die Liste schon ganz schön lang, unglaubliche 18 Jahre mache ich das jetzt schon. In meiner ersten Trainerstation bei den Frauen der SG Argental war sicherlich der Aufstieg in die damalige VBL mein erstes Trainer Highlight. Hier habe ich in vier Jahren meine ersten Sporen verdient und mir meine Trainer-Hörner abgestoßen.
Meine Aufgabe und Übernahme der Ehinger Frauen in der Abstiegsrunde in der dritten Liga, und im Anschluss das BWOL Jahr hat mich sehr geprägt als Trainer, menschlich wie auch sportlich. Der Abstieg aus der Regionalliga stand schon fest, dennoch konnten wir im zweiten Jahr unter 16 Teams in der BWOL einen beachtlichen 6 Tabellenplatz als Absteiger belegen. Ein tolles Team und hier auch menschliche Freundschaften geblieben sind.
Im Anschluss nach Ehingen auch der Aufstieg mit den Damen der HSG Mimmenhausen-Mühlhofen, ein tolles Team und meinem treuen Begleiter Bernhard Hauser, in die SBL war ebenfalls eines meiner Trainer Höhepunkte bei dem ich meine ganze Erfahrung die ich in der höheren Spielklassen gesammelt hatte erfolgreich einbringen konnte.
Eines meiner schwärzesten und Gott sei Dank bisher ein zigsten Stationen war die Schweizer Damenmannschaft der HSC Kreuzlingen, bei der ich sportlich erfolgreich die Damen bis in die 1 Liga führen konnte, dennoch von vielen Menschen (Spielerinnen sowie Funktionären) persönlich sehr enttäuscht wurde. Eine Erfahrung, die sicherlich auch in diesem Geschäft eintreffen kann, ich für mich aber dennoch sehr positiv auf den Erfolg zurückblicken möchte.
Im Anschluss folgte für mich ein Novum meiner bisherigen Trainer Karriere und das Engagement bei den Herren der HSG Mimmenhausen-Mühlhofen. Die hatte sich nach einem verkorksten Start in der LL von ihrem Trainer getrennt und mich aus meiner kurzen Erholungsphase nach dem Debüt in der Schweiz als neuen Trainer verpflichtet. Drei tolle Jahre obwohl es Männer waren. ;-)
Danach bin ich wieder in mein altes Muster verfallen und habe ein völlig etwas verwirrten Haufen an A-Jugendlichen und den Resten der Damen der HSG MM übernommen. Abstiegskampf im ersten Jahr, guter Mittelfeldplatz im zweiten und ein Platz an der Sonne hatte ich meinem Team vorhergesagt. Das Erreichen der Qualifikation trotz einer Flut an verletzten war hier sicherlich auch einer meiner Trainer Höhepunkte.

Unter deinen neuen Spielerinnen tummeln sich auch einige Kinder deiner ehemaligen Mitspielern. Wie fühlt sich das an?

Einfach unglaublich!  Meinen ehemaligen Teamkollegen hätte ich eine solche Qualität an Nachwuchs, zumindest damals, nicht zugetraut. Entweder hatten sie Hilfe oder was ich eher glaube dass sie tolle Frauen an ihrer Seite haben 😉

Spitzname „Rambo“ - Wir möchten wissen, wie kam es zu diesem Spitznamen und wem hast du ihn zu verdanken?

Auf die Frage habe ich natürlich gewartet. Es war tatsächlich im Training, als ich gerade in der ersten Mannschaft war, in der Anfang/Mitte der 80er als einer der ersten Rambo und Rocky Filme mit Sylvester Stallone in den Kinos lief. Mitten im Training stand HANS-PETER WIGGENHAUSER neben mir Als ich meine Liegestütze auf einem Arm, wie im Film Rocky, gemacht habe um zu Posen. Hans-Peter schrie durch die Halle und sagte das sieht so aus wie RAMBO, und ab da war es passiert. Es gibt tatsächlich viele Freunde und Bekannte, die mich nur unter diesem Namen kennen, und nur ein paar Handvoll die Frank zu mir sagen.

Ein Trainer einer Damenmannschaft hat es bekanntlich nicht immer leicht. Warum macht dir dein Trainerjob so viel Spaß?

Ich sehe das das ganz und gar nicht so. Ich bin begeistert von Frauen im Sport. Oft Leistungsbereiter und williger über Ihre Grenzen zu gehen, physisch sind die sehr oft früher an ihrer Leistungsgrenze, gehen aber meist darüber. Männer sind Minimalisten, die sehr sparsam mit ihren Ressourcen umgehen und sich nicht so gerne quälen. Dennoch hat alles seine vor und Nachteile, wenn Frauen in ein mentales kollektives Loch fallen lässt sich an der Leistungsschraube kaum noch drehen. Im Gegensatz dazu kann man bei den Männern hier im Training Physisch noch einen Zahn zulegen und die körperliche Verfassung steigern um sich aus einem Tief zu ziehen. Auch sind Frauen deutlich besser organisiert. - In einem Satz: Frauen sind Herz und Männer Kopf Menschen, auch im Sport.

Der TV Ehingen hat dich in deiner Handballkarriere geprägt. Was verbindest du mit dem TVE und wie ist das Gefühl bald wieder in der Heimat trainieren und spielen zu können?

Ja das hat er sehr wohl. Viermal in Madrid gewesen zu sein, was ich da erleben durfte und musste war einer meiner schönsten Erlebnisse nicht nur beim TVE sondern meiner bisherigen gesamten Karriere. Leider hat uns hier einer meiner Weggefährten Joachim Garcia viel zu früh verlassen müssen. Mannschaft einer goldenen Generation die den TVE mitgeprägt haben. Volle Hallen in Engen mit manchmal bis zu 1000 Zuschauern bei den Derbys z.B. gegen Steißlingen. Das waren nicht nur meine Mitspieler, sondern meine Freunde, und viele sind es bis heute noch.

Das verbindet, jetzt etwas anders dennoch die familiäre Atmosphäre, das einen die Spieler und Zuschauer kennen und schätzen. Auch spielen würde ich gerne wieder, was ich ja die letzte Saison auch gemacht habe und immer noch großen Spaß daran habe, vorausgesetzt die legendäre Dritte nimmt mich in ihr auserwähltes Team auf!?

Zum Schluss möchten wir hören, was du den Mädels vor Vorbereitungsbeginn mitteilen möchtest.
„Zweifle nicht an dem Weg, den Du gehst. Eines Tages wirst Du wissen, warum Du Ihn gegangen bist.“

 

Lieber Rambo, vielen Dank, dass du uns Rede und Antwort gestanden hast. Mittlerweile läuft die Vorbereitung auf Hochtouren und die Mädels sind ordentlich am Schwitzen. Wir wünschen Dir und vor allem deinem Team viel Erfolg in der kommenden Saison und freuen uns schon jetzt Euch in Aktion zu sehen.